Ursache

Ursache, Geschichte und Aufgabe des Aktionsbündnisses No Bärgida

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Ursache, Geschichte und Aufgabe des Aktionsbündnis No Bärgida

von Sven Bremer

 

Wie sein Name schon anklingen lässt, hat sich das Aktionsbündnis No Bärgida, dem Kampf gegen Bärgida, einer Berliner Mutation von Pegida, verschrieben. Es ist ein loser Zusammenschluss von aktiven Menschen unterschiedlichestes Alter, Nationalität und Religion, die sich gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit einsetzen.

 

Hervorgegangen ist das Bündnis aus zwei großen Impulsen. Der erste Impetus war, dass eine Person eine sogenannte Bärgida im Dezember 2014 gegründet hatte. Diese Person war früher im Bundesvorstand der rechtspopulistischen Partei "Die Freiheit" und war auch Mitglied in der rechten "Bürgerbewegung Pax Europa".

Der zweite Geburtshelfer zeichnete sich in den Gegendemonstrationen ab, die sich schnell als Reaktion auf Bärgida formierten. Der Winter war stimmungsvoll, politisch und streitbar.

Die Aktivitäten und Bestrebungen damals etwas gegen Bärgida, Pegida und nicht zuletzt auch etwas gegen Nazis allgemein zu unternehmen mündeten in der Idee, die vielen unterschiedlichen Kräfte zusammen zu fassen. Damals gab es zahlreiche Gruppierungen, Privatpersonen und Initiativen die sich der Pegidawelle entgegen stellen wollten. Pegida konnte eben nicht behaupten, dass sie für das ganze Volk sprachen.

 

So entstand, nach einer Planungsphase, dass Aktionsbündnis No Bärgida. Am Anfang waren wir noch so viele, dass wir unterschiedliche Arbeitskreise bestimmten. Vieles wurde beim machen definiert. Nicht alle, aber einige von uns mussten auch ersteinmal Erfahrungen sammeln. Wir haben sehr erfahrene, bekannte Aktivisten unter uns, aber auch völlige Neulinge. Hauptprodukt des Bündnisses war die wöchentliche Demo gegen Bärgida. Über Monate hinweg war dies damals einer der wenigen Demos gegen Bärgida. Es ging darum Bärgida nicht die Straße allein zu überlassen und auch nicht den Eindruck in der Öffentlichkeit entstehen zu lassen, dass es keinen Protest oder gar Zustimmung zu Bärgida gab. Selbst auf dem Höhepunkt Bärgida, die ja von der Erfolgswelle die Pegida erreichte mitschwammen, wurden diese Bewegungen, von der Politik unterschätzt, tod geschwiegen oder benutzt.

 

Bei uns entstanden derweil viele Ideen und Strategien zu den Demonstrationen. Es wurden verschiedene Wege ausprobiert, teilweise nur als Blogdemo, damit Bärgida dort nichts anmelden kann. Oder es wurde mit Täuschungsmanövern gearbeitet. So erinnert jeder Montag immer auch an ein Spiel aus Aktion und Reaktion, wenn die Sache an sich nicht so ernst wäre.

 

Mit jeder Erfahrung entwickelte sich das Bündnis und bekam einen festen Kern von mutigen und helfenden Demo-Teilnehmern. Mit der Entwicklung fand auch eine Darstellung des Bündnisses nach außen statt.

Es entstand ein umfangreiches optisches Erscheinungsbild vom Bündnis. Mit seinem Transparenten, seinem Banner im Internet, den Buttons, dem Logo und später mit den Flyern.

 

Das augenscheinliche Interesse der Bevölkerung schien mit den Wochen und Monaten an Bärgida und auch an der Gegendemo wieder abzunehmen. Orga-Teilnehmer von Pegida verliessen die Gruppe und gründeten eigene Gruppierungen, die wiederum bedeutungsloser wurden. Doch hauptsächlich das stark abnehmende Interesse der Medien, dass zuvor noch so schnell und umfangreich entstanden worden war, trug zur Gleichgültigkeit der Mehrheit bei.

Ohne öffentliche Diskusion, hat Bärgida die Möglichkeit unbehelligt seine Sichtweisen zu platzieren. So beeinflusst der Geist von Pegida die Gesellschaft und die Politik. Gerade in den Zeiten wo Menschen hilflos im Mittelmeer sterben oder eine Regierung zwischen nützlichen Flüchtlingen und nicht nützlichen Flüchtlingen definieren will, muss man gegen Bärgida und deren Gesinnung, protestieren und sich dagegen einsetzen. Bärgida ist ein Sammelbecken für viele Nazis. Die sind dort mal geistige Brandstifte und mal reale Brandstifter. Es ist nicht nur eine Frage von der eigenen politischen Anschauung, sondern es geht beim Kampf gegen Bärgida auch nicht zuletzt um Menschenrechte und Menschenleben.

 

Es war immer hoffnungsvoll zu sehen wie sich in No Bärgida Menschen zusammen gefunden haben, die ohne Bezahlung und mit einem großen persönlichen Einsatz, dafür aktiv wurden, dass sich der Rassismus und die Islamfeindlichkeit von Bärgida nicht noch mehr in der Gesellschaft verbreiten können.

 

Mit der Zeit hat No Bärgida mit zahlreichen ähnlich denkenden und handelnden Gruppen eine Zusammenarbeit angestrebt. In der Vergangenheit mit den Studis gegen Pegida und anderen und heute mit der Roten Aktion, Moabit hilft, Berlin gegen Nazis und einige mehr. Der Bezirksbürgermeister von Berlin-Mitte hat sich solidarisch mit uns gezeigt und auf einer Demo von uns gesprochen, ebenso Bundestagsabgeordnete. Aber auch der normale Bürger findet in unserer Reihe Gehör und eine Plattform um gegen Bärgida und alle Nazis zu protestieren. Jeder ist eingeladen auf einer unserer Demos seine Meinung zu den Nazis zu sagen oder auch einen Vortrag zu halten.

 

Unser Bündnis hat sich nun zu einer Kraft gegen die braunen Montagsdemonstranten entwickelt. Viele neue Gesichter sind hinzugekommen. Hier versammeln sich die wirklich besorgten Bürger. Aus Sorge um Flüchtlinge, die nicht selten von der Politik allein gelassen werden und von Bärgida-Teilnehmern angegriffen werden oder aus Sorge darum das sich in Deutschland wieder Propaganda, Ideologien und Verschwörungstheorien breit machen können, die ein Land wie Deutschland noch aus früherer Zeit kennt. Gerade Deutschland steht in der Verantwortung solche Einflüsse in der Gegenwart zu bekämpfen. Denn die Zukunft, die daraus resultieren kann, wollen wir alle nicht haben.

 

Ende.

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Sven Bremer

Ursache, Geschichte und Aufgabe des Aktionsbündnis No Bärgida

von Sven Bremer

 

Wie sein Name schon anklingen lässt, hat sich das Aktionsbündnis No Bärgida, dem Kampf gegen Bärgida, einer Berliner Mutation von Pegida, verschrieben. Es ist ein loser Zusammenschluss von aktiven Menschen unterschiedlichestes Alter, Nationalität und Religion, die sich gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit einsetzen.

 

Hervorgegangen ist das Bündnis aus zwei großen Impulsen. Der erste Impetus war, dass eine Person eine sogenannte Bärgida im Dezember 2014 gegründet hatte. Diese Person war früher im Bundesvorstand der rechtspopulistischen Partei "Die Freiheit" und war auch Mitglied in der rechten "Bürgerbewegung Pax Europa".

Der zweite Geburtshelfer zeichnete sich in den Gegendemonstrationen ab, die sich schnell als Reaktion auf Bärgida formierten. Der Winter war stimmungsvoll, politisch und streitbar.

Die Aktivitäten und Bestrebungen damals etwas gegen Bärgida, Pegida und nicht zuletzt auch etwas gegen Nazis allgemein zu unternehmen mündeten in der Idee, die vielen unterschiedlichen Kräfte zusammen zu fassen. Damals gab es zahlreiche Gruppierungen, Privatpersonen und Initiativen die sich der Pegidawelle entgegen stellen wollten. Pegida konnte eben nicht behaupten, dass sie für das ganze Volk sprachen.

 

So entstand, nach einer Planungsphase, dass Aktionsbündnis No Bärgida. Am Anfang waren wir noch so viele, dass wir unterschiedliche Arbeitskreise bestimmten. Vieles wurde beim machen definiert. Nicht alle, aber einige von uns mussten auch ersteinmal Erfahrungen sammeln. Wir haben sehr erfahrene, bekannte Aktivisten unter uns, aber auch völlige Neulinge. Hauptprodukt des Bündnisses war die wöchentliche Demo gegen Bärgida. Über Monate hinweg war dies damals einer der wenigen Demos gegen Bärgida. Es ging darum Bärgida nicht die Straße allein zu überlassen und auch nicht den Eindruck in der Öffentlichkeit entstehen zu lassen, dass es keinen Protest oder gar Zustimmung zu Bärgida gab. Selbst auf dem Höhepunkt Bärgida, die ja von der Erfolgswelle die Pegida erreichte mitschwammen, wurden diese Bewegungen, von der Politik unterschätzt, tod geschwiegen oder benutzt.

 

Bei uns entstanden derweil viele Ideen und Strategien zu den Demonstrationen. Es wurden verschiedene Wege ausprobiert, teilweise nur als Blogdemo, damit Bärgida dort nichts anmelden kann. Oder es wurde mit Täuschungsmanövern gearbeitet. So erinnert jeder Montag immer auch an ein Spiel aus Aktion und Reaktion, wenn die Sache an sich nicht so ernst wäre.

 

Mit jeder Erfahrung entwickelte sich das Bündnis und bekam einen festen Kern von mutigen und helfenden Demo-Teilnehmern. Mit der Entwicklung fand auch eine Darstellung des Bündnisses nach außen statt.

Es entstand ein umfangreiches optisches Erscheinungsbild vom Bündnis. Mit seinem Transparenten, seinem Banner im Internet, den Buttons, dem Logo und später mit den Flyern.

 

Das augenscheinliche Interesse der Bevölkerung schien mit den Wochen und Monaten an Bärgida und auch an der Gegendemo wieder abzunehmen. Orga-Teilnehmer von Pegida verliessen die Gruppe und gründeten eigene Gruppierungen, die wiederum bedeutungsloser wurden. Doch hauptsächlich das stark abnehmende Interesse der Medien, dass zuvor noch so schnell und umfangreich entstanden worden war, trug zur Gleichgültigkeit der Mehrheit bei.

Ohne öffentliche Diskusion, hat Bärgida die Möglichkeit unbehelligt seine Sichtweisen zu platzieren. So beeinflusst der Geist von Pegida die Gesellschaft und die Politik. Gerade in den Zeiten wo Menschen hilflos im Mittelmeer sterben oder eine Regierung zwischen nützlichen Flüchtlingen und nicht nützlichen Flüchtlingen definieren will, muss man gegen Bärgida und deren Gesinnung, protestieren und sich dagegen einsetzen. Bärgida ist ein Sammelbecken für viele Nazis. Die sind dort mal geistige Brandstifte und mal reale Brandstifter. Es ist nicht nur eine Frage von der eigenen politischen Anschauung, sondern es geht beim Kampf gegen Bärgida auch nicht zuletzt um Menschenrechte und Menschenleben.

 

Es war immer hoffnungsvoll zu sehen wie sich in No Bärgida Menschen zusammen gefunden haben, die ohne Bezahlung und mit einem großen persönlichen Einsatz, dafür aktiv wurden, dass sich der Rassismus und die Islamfeindlichkeit von Bärgida nicht noch mehr in der Gesellschaft verbreiten können.

 

Mit der Zeit hat No Bärgida mit zahlreichen ähnlich denkenden und handelnden Gruppen eine Zusammenarbeit angestrebt. In der Vergangenheit mit den Studis gegen Pegida und anderen und heute mit der Roten Aktion, Moabit hilft, Berlin gegen Nazis und einige mehr. Der Bezirksbürgermeister von Berlin-Mitte hat sich solidarisch mit uns gezeigt und auf einer Demo von uns gesprochen, ebenso Bundestagsabgeordnete. Aber auch der normale Bürger findet in unserer Reihe Gehör und eine Plattform um gegen Bärgida und alle Nazis zu protestieren. Jeder ist eingeladen auf einer unserer Demos seine Meinung zu den Nazis zu sagen oder auch einen Vortrag zu halten.

 

Unser Bündnis hat sich nun zu einer Kraft gegen die braunen Montagsdemonstranten entwickelt. Viele neue Gesichter sind hinzugekommen. Hier versammeln sich die wirklich besorgten Bürger. Aus Sorge um Flüchtlinge, die nicht selten von der Politik allein gelassen werden und von Bärgida-Teilnehmern angegriffen werden oder aus Sorge darum das sich in Deutschland wieder Propaganda, Ideologien und Verschwörungstheorien breit machen können, die ein Land wie Deutschland noch aus früherer Zeit kennt. Gerade Deutschland steht in der Verantwortung solche Einflüsse in der Gegenwart zu bekämpfen. Denn die Zukunft, die daraus resultieren kann, wollen wir alle nicht haben.

 

Ende.

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